Friedhof als Ort des Gedenkens

“Ein Volk wird danach beurteilt, wie es seine Toten bestattet”, soll der griechische Staatsmann Perikles gesagt haben. Auch wenn das auf uns heute so nicht mehr zutrifft, ist doch die Totenbestattung nach wie vor ein hochsensibles Thema und der Umgang mit den Toten ein Bereich, der stärker als andere in Traditionen verhaftet ist.

Und doch führt uns diese Aussage gedanklich auf einen Spaziergang über unsere Friedhöfe und zu Beobachtungen, wie Wege des Sterbens heute verlaufen.

Für die Trauer gab es in der Vergangenheit immer Rituale und feste Ausdrucksformen: das Waschen und Ankleiden der Toten, das Betten in den Sarg, die Aufbahrung im Sterbehaus, auch das oft Tage dauernde Abschiednehmen der Familie, von Freunden und Nachbarn, das Geleit vom Wohnhaus zum Friedhof, das Trauerjahr… Heute wissen wir von diesen Abschiedsbräuchen meist nur noch aus Erzählungen. Was früher als letzter Liebesdienst galt, wird heute von einem Bestatter geregelt.

Auch wenn sich die Einstellung zu Tod und Sterben gewandelt hat – nach wie vor braucht die Gesellschaft und brauchen die Hinterbliebenen Rituale und äußere Formen für den Umgang mit dem Tod. Die Friedhofs- und Grabmalkultur sucht nach neuen Gestaltungsformen.

Die Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur greift neue Impulse in der Bestattungkultur auf und entwickelt sie weiter, in dem sie mit anderen Organisationen, die zu diesem Thema arbeiten, kooperiert. Sie unterstützt kulturelle Angebote, wie Lesungen, Ausstellungen und Konzerte zum Thema Trauer und Trost.

All dies tun wir in der Hoffnung, dass der Friedhof ein Ort bleibt, an dem Trauernde derer gedenken können, die sie geliebt haben.

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